Chronik des Urweilerhofs


Die Tradition unseres Familienbetriebes reicht zurück bis ins Jahre 1892, als mein Urgroßvater von Alsweiler nach Urweiler heiratete.

Er arbeitete im Steinbruch und baute sich von dem Geld die Landwirtschaft auf. Er begann mit einer Kuh und einer Ziege. Nach und nach ersteigerte er sich Land dazu. 1905 kaufte er einen Bauernhof im Ort, wo er 6 Kühe mit Nachzucht, 2 Pferde und 5 Schweine halten konnte. Bis 1921 hatte er den Betrieb auf 8 ha Eigentumsfläche vergrößert. Seine Felder bewirtschaftete er mit einem Pferdefuhrwerk.

Die Hofübergabe erfolgte 1935 an meinen damals 28 jährigen Großvater, welcher durch die Erbteilung mit seinen Geschwistern mit 1,75 ha Land und den Gebäuden neu anfangen musste.

1938 kaufte mein Großvater den ersten Traktor Lanz Bulldog mit 20 PS. Mit diesem Traktor fuhr er Transport für den Bau des Westwalls und konnte sich dadurch weitere technische Gerätschaften leisten, welche zum damaligen Zeitpunkt einen großen Fortschritt und enorme Arbeitserleichterung bedeuteten. Die große Leidenschaft meines Großvaters war das Vereinswesen, besonders der Karnevalverein Urweiler. Und so setzte er den neuen Traktor nicht nur auf dem Feld sondern auch, als Dampflock verkleidet, beim Urweiler "Faasend" Umzug ein.

Im Rahmen der klassischen Flurbereinigung wurde 1959 die Aussiedlung "Urweilerhof" erbaut. Der Name "Urweilerhof" kam zustande da der Hof an der äußeren Grenze der Gemarkung Urweiler errichtet wurde. Zu diesem Zeitpunkt gehörten 27 ha Land zum Urweilerhof. Im neu errichteten Anbinde- und Laufstall wurden 19 Milchkühe, Kälber und Jungvieh gehalten. Dazu wurde ein Mastschweinestall mit 40 Liegeplätzen gebaut. Schon 5 Jahre später wurde der Stall erweitert um mehr Platz zu schaffen.

1962 heirateten meine Eltern. In diesem Jahr verrichteten sie die Feldarbeit teilweise noch mit dem Pferd. Ein Jahr später wurde das Zugtier endgültig durch moderne Maschinen ersetzt.

1976 übernahm mein Vater den "Urweilerhof". Kurz darauf im Jahre 1979 stellte er die Schweinemast wegen Unrentabilität ein. Somit wurde die Milch zur Haupteinnahmequelle.

1982 baute mein Vater einen Boxenlaufstall für 60 Milchkühe. Gemelkt wurde im Doppel Vierer Melkstand der später auf Doppel Sechser ausgebaut wurde.

1994 erweiterten wir dem Boxenlaufstall um Platz für die stetig wachsende Kuhherde zu schaffen.

1997 wurde der Nachbarhof "Trautenbornerhof" erworben und 2000 zum Ur Laub's Hof umgebaut. Im darauf folgenden Jahr begrüßten wir unsere ersten Gäste.

Im Jahre 2001 bekam ich den Urweilerhof von meinem Vater überschrieben. Durch den Zukauf von umliegenden Acker- und Wieseflächen ist das Eigentumsland stetig gestiegen. Auch die Milchviehherde wuchs auf 140 Tiere. Um die Melkzeiten zu verkürzen wurde der Melkstand um zwei weitere Plätze erweitert.

Seit 2002 gibt es trotz meiner vehementen Proteste wieder Pferde auf dem Urweilerhof, nun jedoch als Reit- statt als Arbeitstier. Der alte Schweinestall wurde 2003 zum Pferdestall umgebaut.

Durch das stetige Wachsen unserer Milchkuhherde wurden in den weiteren Jahren die Stallungen nochmals vergrößert und das Jungvieh auf anderen Hofstellen untergebracht. Der jahrelang sinkende Milchpreis und der Wegfall der Milchquote zwangen uns im Jahre 2014 zu einer wichtigen Entscheidung. Wir haben uns gegen die Milchindustrie und für eine bäuerliche Landwirtschaft entschieden und nach reiflicher Überlegung drei Viertel der damals 200 Tiere starken Milchkuhherde verkauft. Zum jetzigen Zeitpunkt setzen wir stärker auf Ackerbau in Form von Raps, Weizen, Gerste und Mais. Unsere verbliebenen 50 Milchkühe, Kälber und Jungvieh finden nun alle genügend Platz in den Stallungen auf dem Urweilerhof.

Ab 2015 bieten wir nun auch Glamping im neuen Ur Laub's Wagen an.

Klaus Laub, Landwirt aus Leidenschaft